Photovoltaik und Solaranlage in Frauenfeld
In Frauenfeld zählt jede selbst verbrauchte Kilowattstunde.
Sie zahlen in Frauenfeld 31.88 Rappen für eine Kilowattstunde und bekommen für eine eingespeiste 8.00 Rappen. Dazwischen liegen rund 24 Rappen — und genau davon lebt eine Solaranlage. Thurplus vergütet nach dem Referenz-Marktpreis, abgesichert durch die gesetzliche Untergrenze.
Was eine Solaranlage in Frauenfeld kostet
Frauenfeld ist in Baujahrgängen gewachsen, und der Baujahrgang sagt hier mehr über die Montagekosten als das Modulfabrikat. In den Einfamilienhausquartieren am Sonnenberg und in Kurzdorf sitzt der Zählerkasten meist günstig, die Dächer sind einheitlich und die Leitungswege kurz. In der Altstadt und entlang der Zürcherstrasse kommen Kamine, Dachaufbauten, engere Zufahrten und teils denkmalpflegerische Auflagen dazu. Genau diese Punkte machen den Unterschied zwischen zwei Offerten aus.
Eine übliche 10-Kilowatt-Anlage kostet vor Förderung 18'000 bis 24'000 Franken, ein Speicher 6'000 bis 11'000 Franken zusätzlich. Der Speicher ist in Frauenfeld der interessantere Teil der Rechnung: Thurplus vergütet die Einspeisung nach dem Referenz-Marktpreis, und der ist im zweiten Quartal 2026 auf 3.896 Rappen gefallen. Was im Haus bleibt, ist deshalb ein Vielfaches dessen wert, was ins Netz geht.
Wer in Frauenfeld was bezahlt
Der Kanton Thurgau zahlt nichts an die Anlage selbst — aber etwas an den Speicher. Das ist ungewöhnlich und lohnt eine genaue Betrachtung.
| Ebene | Was Sie bekommen | Was das für Sie bedeutet |
|---|---|---|
| EbeneBund | Was Sie bekommenPronovo richtet die Einmalvergütung aus. Sie besteht aus einem Grundbeitrag und einem Beitrag je Kilowatt Leistung, mit Zuschlägen für steile Neigung. | Was das für Sie bedeutetDer grösste Einzelposten. Den Antrag stellt Ihr Partnerbetrieb; ausschlaggebend ist, wann die Anlage in Betrieb geht. Die genauen Sätze nennt Pronovo — wir setzen in der Offerte keine Zahl ein, die wir nicht belegen können. |
| EbeneKanton Thurgau, Anlage | Was Sie bekommenKeinen Rappen. Das Förderprogramm Energie 2026 umfasst Gebäudehülle, Heizungsersatz und Ladeinfrastruktur. Photovoltaik läuft über den Bund. | Was das für Sie bedeutetRechnen Sie diese Ebene für die Module gar nicht erst ein — sie existiert für Ihr Vorhaben nicht. |
| EbeneKanton Thurgau, Speicher | Was Sie bekommen1'000 Franken pauschal ab 10 Kilowattstunden nutzbarer Kapazität, höchstens 25 Prozent der Gesamtinvestition. Das Kontingent von 700 Zusagen ist für 2026 ausgeschöpft; der Kanton führt eine Warteliste. | Was das für Sie bedeutetRechnen Sie ohne diesen Beitrag. Wird die Förderung 2027 weitergeführt, werden die Gesuche nach Einreichedatum abgearbeitet — ein Gesuch jetzt einzureichen lohnt sich also, verlassen sollten Sie sich nicht darauf. Mit dem Einbau dürfen Sie auch ohne Zusage beginnen. |
| EbeneStadt Frauenfeld | Was Sie bekommenDie Stadt Frauenfeld führt ein eigenes Programm: 30 Prozent des kantonalen Beitrags bei Gebäudehüllensanierungen und Modernisierung nach Minergie. Für Photovoltaik und Speicher ist kein kommunaler Beitrag ausgewiesen. | Was das für Sie bedeutetGemeinde und Kanton zusammen sind auf 50 Prozent der Gesamtinvestition begrenzt, der kleinste Beitrag je Projekt beträgt 500 Franken. Für Ihre Anlage rechnen wir ohne kommunalen Beitrag — kommt einer, ist er ein Bonus. |
Was Ihr Solarstrom in Frauenfeld wert ist
Frauenfeld ist ein Lehrbeispiel dafür, warum der Eigenverbrauch zählt und die Einspeisung wenig.
| Position | 2026 | Was dahintersteckt |
|---|---|---|
| PositionStrom, den Sie beziehen | 202631.88 Rp./kWh | Was dahinterstecktGesamtpreis des Standardprodukts für einen Haushalt mit 4'500 Kilowattstunden Jahresverbrauch, inklusive Netznutzung, Abgaben und Mehrwertsteuer. Ohne Mehrwertsteuer sind es 29.493 Rappen: 12.900 Energie, 11.997 Netznutzung, 1.230 Abgaben, 2.300 Netzzuschlag des Bundes. |
| PositionStrom, den Sie einspeisen | 20266.00 Rp./kWh | Was dahinterstecktThurplus vergütet nach dem vierteljährlichen Referenz-Marktpreis, für Anlagen unter 30 Kilowatt abgesichert durch die gesetzliche Mindestvergütung von 6.0 Rappen. Im zweiten Quartal 2026 lag der Marktpreis bei 3.896 Rappen — da hat der Boden gegriffen. Im Quartal davor waren es 10.266. |
| PositionHerkunftsnachweis | 20262.00 Rp./kWh | Was dahinterstecktThurplus übernimmt den Herkunftsnachweis bei Wechselrichterleistung unter 50 Kilowatt zu 2.0 Rappen. Grössere Anlagen erhalten ein marktbasiertes Angebot. Wer den Nachweis verkauft, darf seinen Strom danach nicht mehr als Solarstrom bezeichnen. |
| PositionIhr Vorteil je selbst verbrauchter kWh | 202623.9 Rp. | Was dahinterstecktDer Abstand zwischen dem, was Sie zahlen, und dem, was Sie bekommen: 31.88 minus 8.00. Gerechnet ohne Mehrwertsteuer auf beiden Seiten sind es 21.5 Rappen. Jede Kilowattstunde, die im Haus bleibt, ist damit rund viermal so viel wert wie eine eingespeiste. |
Warum sich der Speicher in Frauenfeld rechnet
Abstand zwischen Bezugspreis und Gesamtvergütung, 2026, in Rappen je kWh
Gerechnet mit dem Bezugspreis inklusive Mehrwertsteuer gegen die volle Vergütung inklusive Herkunftsnachweis, damit die vier vergleichbar sind. Je länger der Balken, desto mehr bringt jede Kilowattstunde, die der Speicher im Haus behält, gegenüber der Einspeisung. Eigene Umrechnung aus den Tarifblättern der vier Werke.
Der Vergleich zeigt etwas Unerwartetes: Arbon zahlt mit 12.57 Rappen die weitaus höchste Einspeisevergütung im Kanton — und ausgerechnet dort lohnt sich der Speicher am wenigsten. Wo das Werk gut zahlt, ist der Anreiz, den Strom im Haus zu behalten, kleiner. In Frauenfeld ist es umgekehrt.
Die Kehrseite: Auf die Einspeisung sollten Sie in Frauenfeld nicht bauen. Der Referenz-Marktpreis lag im ersten Quartal 2026 bei 10.266 Rappen und im zweiten bei 3.896 — er hat sich innert eines Quartals mehr als halbiert. Wir rechnen Ihre Offerte deshalb konsequent mit den 6 Rappen der gesetzlichen Untergrenze. Was darüber hinausgeht, ist Zugabe.
Der Thurgau macht es einfacher als die meisten Kantone
Bis 35 Quadratmetern Fläche braucht es in der Bauzone weder eine Bewilligung noch eine Meldung — das ist deutlich grosszügiger als in Zürich, wo jede Anlage gemeldet werden muss. Erst darüber wird es meldepflichtig: 20 Tage vor Baubeginn bei der Baubehörde der Stadt Frauenfeld, mit Angaben zu Art und Einordnung der Anlage. Rechtlich stützt sich das auf Paragraf 50a des kantonalen Planungs- und Baugesetzes mit Paragraf 50b der Bauverordnung und auf Artikel 18a des Raumplanungsgesetzes. Um die Eingabe kümmert sich Ihr Partnerbetrieb.
Vier Fälle laufen anders und brauchen eine ordentliche Baubewilligung: Anlagen auf Kultur- und Naturdenkmälern von kantonaler oder nationaler Bedeutung — in Frauenfeld betrifft das Teile der Altstadt —, Anlagen ausserhalb der Bau- und Landwirtschaftszone, freistehende Anlagen und solche, welche die Anpassungskriterien nicht erfüllen. In Arbeitszonen genügt eine blosse Mitteilung über Fläche und Leistung.
Einfamilienhaus in Frauenfeld, 10 kWp
Gerechnet mit den Frauenfelder Tarifen für 2026 und bewusst konservativ bei der Vergütung.
Nach rechts wischen — diese Rechnung ist breiter als der Bildschirm.
| Fall | Produktion | Eigenverbrauch | Gesparter Bezug | Vergütung | Nutzen je Jahr |
|---|---|---|---|---|---|
| Fallohne Speicher | Produktion9'500 kWh | Eigenverbrauch30 % | Gesparter Bezug908 CHF | Vergütung399 CHF | Nutzen je Jahr1'307 CHF |
| Fallohne Speicher | Produktion10'500 kWh | Eigenverbrauch30 % | Gesparter Bezug1'004 CHF | Vergütung441 CHF | Nutzen je Jahr1'445 CHF |
| Fallmit Speicher | Produktion9'500 kWh | Eigenverbrauch60 % | Gesparter Bezug1'817 CHF | Vergütung228 CHF | Nutzen je Jahr2'045 CHF |
| Fallmit Speicher | Produktion10'500 kWh | Eigenverbrauch60 % | Gesparter Bezug2'008 CHF | Vergütung252 CHF | Nutzen je Jahr2'260 CHF |
Womit gerechnet wurde: 950 bis 1'050 Kilowattstunden je Kilowatt Leistung und Jahr, 30 Prozent Eigenverbrauch ohne und 60 Prozent mit Batterie, 31.88 Rp./kWh Bezugspreis (Standardprodukt H4 2026, inkl. MWST) sowie bewusst nur die gesetzliche Untergrenze von 6.0 Rp./kWh für die Einspeisung, ohne den Herkunftsnachweis. Steht der Referenz-Marktpreis höher oder verkaufen Sie den Nachweis, verbessert sich Ihr Ergebnis. Moduldegradation, Versicherung und Unterhalt sind nicht enthalten, die Einmalvergütung des Bundes und der Speicherbeitrag des Kantons ebenfalls nicht. Bandbreiten, keine Zusagen.
Was Frauenfelder Hausbesitzer am häufigsten fragen
01Lohnt sich ein Batteriespeicher in Frauenfeld?
Hier spricht mehr dafür als in den meisten Thurgauer Gemeinden. Frauenfeld kombiniert einen Bezugspreis von 31.88 Rappen mit einer Vergütung, die auf der gesetzlichen Untergrenze von 6 Rappen aufsitzt. Die Differenz von rund 24 Rappen ist der Betrag, den die Batterie je gespeicherter Kilowattstunde erwirtschaftet.
Auf das Jahr gerechnet ergibt das gut 700 Franken zusätzlichen Nutzen. Der Kanton zählt 1'000 Franken dazu — aber erst wieder ab 2027: Das Kontingent von 700 Zusagen ist für 2026 ausgeschöpft, es gilt eine Warteliste nach Einreichedatum. Wir rechnen Ihre Offerte deshalb ohne diesen Beitrag durch. Ob die Rechnung aufgeht, hängt am Preis des Speichers und an Ihrem Verbrauchsverlauf.
02Warum zahle ich in Frauenfeld mehr als mein Nachbar in Matzingen?
Weil Sie an einem anderen Netz hängen. Frauenfeld wird von Thurplus versorgt, Matzingen vom Werkbetrieb der Dorfgemeinde. Der Unterschied beträgt 2026 rund 5.6 Rappen je Kilowattstunde — bei 4'500 Kilowattstunden Jahresverbrauch gut 250 Franken. Im ganzen Kanton spannt sich der Bogen von 26.27 Rappen in Matzingen bis 44.72 in Bischofszell.
Beim Solarstrom kehrt sich dieser Nachteil um. Was Sie beim Bezug mehr zahlen, sparen Sie mit jeder selbst produzierten Kilowattstunde ebenfalls mehr — Ihre Anlage arbeitet gegen einen höheren Vergleichspreis. Im Bezirk Frauenfeld liegt die Stadt damit im Mittelfeld, deutlich hinter Hüttlingen mit 39.51 Rappen.
03Warum schwankt die Einspeisevergütung so stark?
Weil sie an den vierteljährlich neu festgelegten Referenz-Marktpreis des Bundes gekoppelt ist. Dieser Wert folgt dem europäischen Strommarkt und kann sich innert Monaten halbieren — das ist im Frühling 2026 genau so passiert, von 10.266 auf 3.896 Rappen.
Ein Boden ist aber eingezogen: Anlagen unter 30 Kilowatt erhalten in jedem Fall 6.0 Rappen. Im zweiten Quartal 2026 war das der einzige Grund, warum die Vergütung nicht weiter gefallen ist. Für ein Wohnhaus ist dieser Schutz entscheidend, für einen Betrieb mit grosser Dachfläche gelten andere Regeln.
04Brauche ich für mein Dach eine Bewilligung?
Auf einem normalen Einfamilienhaus in der Bauzone in aller Regel nicht. Bis 35 Quadratmeter Fläche ist die Anlage bewilligungsfrei und muss nicht einmal gemeldet werden. Darüber genügt eine Meldung, 20 Tage vor Baubeginn, bei der Baubehörde der Stadt.
Anders liegt der Fall bei Gebäuden in der Altstadt oder in einem Schutzinventar, bei freistehenden Anlagen und bei Grundstücken ausserhalb der Bau- und Landwirtschaftszone — dort braucht es eine ordentliche Baubewilligung. Ihr Partnerbetrieb klärt das vorab mit der Bauverwaltung ab.
Bis zu 3 Offerten aus der Region — für Ihr Dach in Frauenfeld.
Sie nennen uns Ihre Adresse, dann rechnen bis zu 3 Betriebe aus der Region Ihr Dach durch — mit den Tarifen von Thurplus und dem Speicherbeitrag des Kantons separat ausgewiesen. Ohne Kosten, ohne Verpflichtung und ohne Werbeanrufe.
Datenstand 31. August 2026. Quellen: ElCom — Strompreise 2026, Standardprodukt H4 · Thurplus — Neue Einspeisevergütung ab 1.1.2026 · Pronovo — Einmalvergütung Photovoltaik · BFE — Referenz-Marktpreis · Förderprogramm Energie 2026 des Kantons Thurgau · Planungs- und Baugesetz TG § 50a mit Bauverordnung § 50b. Bezugspreise inklusive 8.1 Prozent Mehrwertsteuer, aus den ElCom-Werten umgerechnet. Tarife und Fördersätze ändern jährlich.