Amortisation einer Solaranlage
Wann sich die Anlage bezahlt macht
Verkäufer rechnen gern mit einer Zahl: so und so viele Jahre bis zur Amortisation. Diese Zahl hängt an drei Grössen, die niemand für Sie kennt. Wer sie kennt, rechnet selbst — und merkt sofort, wenn eine Offerte schönrechnet.
Die eine Zahl, auf die es ankommt
Solarstrom vom eigenen Dach kostet über die Lebensdauer gerechnet rund neun Rappen je Kilowattstunde. Das ist der Wert, den Swissolar für neue Schweizer Anlagen erhoben hat. Er umfasst Anschaffung, Montage, Wechselrichterersatz und Betrieb, verteilt auf alle Kilowattstunden, die das Dach je liefern wird.
Dem stehen zwei sehr verschiedene Gegenwerte gegenüber. Verbrauchen Sie den Strom selbst, sparen Sie den Bezugspreis Ihres Werks — in der Ostschweiz je nach Gemeinde zwischen rund elf und rund fünfundvierzig Rappen. Speisen Sie ihn ein, bekommen Sie die Rücklieferergütung Ihres Werks, gesetzlich mindestens sechs Rappen.
Damit ist die Rechnung im Kern einfach: Jede selbst verbrauchte Kilowattstunde bringt ein Vielfaches dessen, was eine eingespeiste bringt. Die Amortisationszeit hängt deshalb weniger an der Anlagengrösse als an Ihrem Eigenverbrauch.
Drei Grössen, die Sie kennen müssen
| Grösse | Wo Sie sie finden |
|---|---|
| Ihr Bezugspreis | Auf der Stromrechnung, Position Gesamtpreis je Kilowattstunde. Nicht nur der Energiepreis — Netznutzung und Abgaben sparen Sie ebenso. |
| Ihr Jahresverbrauch | Ebenfalls auf der Rechnung. Ein Haushalt ohne Wärmepumpe liegt meist deutlich unter einem mit. |
| Ihre Eigenverbrauchsquote | Der Anteil des Solarstroms, den Sie selbst brauchen. Ohne Speicher und ohne Wärmepumpe liegt er tief, weil die Sonne dann scheint, wenn niemand zu Hause ist. |
Erst diese drei Zahlen ergeben eine Amortisationszeit. Eine Offerte, die eine Jahreszahl nennt, ohne nach Ihrem Verbrauch gefragt zu haben, hat geraten.
Was den Zeitpunkt nach vorne holt
Die Einmalvergütung von Pronovo senkt die Investition sofort: 360 Franken je Kilowatt bei angebauten, 400 Franken bei dachintegrierten Anlagen unter 30 Kilowatt, dazu Neigungs- und Winterstrombonus. Einzelne Ostschweizer Kantone legen nach. Nach Abzug von Vergütung und Steuerabzug bleibt bei einer dachintegrierten Anlage von fünfzig Quadratmetern rund 20 000 Franken — auch das eine Swissolar-Zahl.
Den grösseren Hebel haben Sie aber selbst in der Hand: Waschmaschine, Geschirrspüler und Boiler laufen tagsüber, die Wärmepumpe heizt in der Mittagsspitze vor, das Auto lädt am Arbeitstag zu Hause statt nachts. Jede dieser Verschiebungen verwandelt eingespeiste Rappen in gesparte.
Was die Rechnung nach hinten wirft
01Eine zu grosse Anlage
Was über den Eigenverbrauch hinausgeht, wird zum Mindesttarif eingespeist. Die Mehrkosten amortisieren sich dann über die kleine Differenz, nicht über die grosse.
02Ein Speicher, der nicht gebraucht wird
Er kostet ungefähr ein Drittel der Anlage. Wo der Bezugspreis tief ist, verlängert er die Amortisation, statt sie zu verkürzen.
03Gerechnet mit dem Marktpreis statt dem Mindesttarif
Der Referenz-Marktpreis schwankt stark — im ersten Quartal 2026 lag er bei 10.27 Rappen, im zweiten bei 3.90. Wer mit dem hohen Wert rechnet, rechnet mit Glück.
04Vergessene Nebenkosten
Gerüst, Zählerersatz, Leitungsweg. Stehen sie nicht in der Offerte, stehen sie später auf der Rechnung.
Photovoltaik in Ihrem Kanton
Förderung, Bewilligungsverfahren und Strompreise sind kantonal geregelt. Auf der Kantonsseite stehen die Zahlen für Ihre Gegend und die Gemeinden im Überblick.
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Stand 11. September 2026. Quellen: Swissolar — Branchen-Faktenblatt Photovoltaik Schweiz · Pronovo — Einmalvergütung · BFE — Referenz-Marktpreis · ElCom — Strompreise 2026