Photovoltaik im Region Engiadina B./Val Müstair
Engiadina Bassa: 7.00 Rappen bis 150 Kilowatt ohne Absenkung
In der Region Engiadina Bassa/Val Müstair kostet die Kilowattstunde 2026 zwischen 20.40 Rappen in Samnaun und 30.62 Rappen im Val Müstair, während die kantonale Skala zwischen 11.32 und 39.43 Rappen liegt. Der bundesrechtliche Boden für zurückgelieferten Solarstrom liegt bei 6.00 Rappen unterhalb von dreissig Kilowatt — EE Energia Engiadina und das EW Zernez zahlen jedoch 7.00 Rappen bis 150 Kilowatt, und zwar ohne die gesetzlich zulässige Absenkung. Das ist für Anlagen zwischen dreissig und 150 Kilowatt das stärkste Argument der Region.
Haushaltstarif H4 2026, 4’500 Kilowattstunden Jahresverbrauch, inklusive Mehrwertsteuer.
Was eine Solaranlage in der Region Engiadina Bassa/Val Müstair kostet
Das Unterengadin, das Val Müstair und erst recht Samnaun sind ausgesprochene Höhenlagen, und die Schneelast bestimmt hier die Auslegung von Unterkonstruktion und Modulwahl. Dafür ist die Einstrahlung in diesen Höhen zuverlässig hoch, was insbesondere für steile Anlagen zählt. Rechnen Sie mit längeren Anfahrtswegen — Samnaun ist nur über österreichisches Gebiet oder den Weg über Martina erreichbar, das Val Müstair liegt hinter dem Ofenpass. Lassen Sie Transport, Gerüst, Befestigung, Module, Wechselrichter und Elektroarbeiten getrennt ausweisen und klären Sie den Ertrag Ihrer Fläche über sonnendach.ch.
Im Gebiet von EE Energia Engiadina sind Energie und Netz für alle angeschlossenen Gemeinden identisch — 7.000 und 8.984 Rappen —, und der ganze Abstand zwischen Valsot (21.75) und Scuol (22.83 Rappen) entsteht aus der kommunalen Abgabe, die dort 0.500 und hier 1.500 Rappen beträgt. Zernez legt 2.500 Rappen darauf. Ein Unterengadiner zahlt also nicht wegen seines Werks mehr als der Nachbar, sondern wegen des Beschlusses seiner eigenen Gemeinde. Das Val Müstair fällt aus dem Rahmen, weil dort die Netznutzung mit 15.897 Rappen die höchste der ganzen Region ist; der Energiepreis von 8.800 Rappen ist unauffällig.
Was die Gemeinden beim Strompreis trennt
Nach rechts wischen — diese Tabelle ist breiter als der Bildschirm.
| Gemeinde | Bezug 2026 | Energie | Netz | Rücklieferung | Werk |
|---|---|---|---|---|---|
| GemeindeSamnaun | Bezug20.40 Rp. | Energie6.153 | Netz9.531 | Rücklieferung4.50 | WerkEW - Samnaun |
| GemeindeValsot | Bezug21.75 Rp. | Energie7.000 | Netz8.984 | Rücklieferung7.00 | WerkEE Energia Engiadina |
| GemeindeZernez | Bezug22.20 Rp. weiteres Werk 23.91 | Energie6.600 | Netz7.913 | Rücklieferung7.00 | WerkGemeinde Zernez |
| GemeindeScuol | Bezug22.83 Rp. | Energie7.000 | Netz8.984 | Rücklieferung7.00 | WerkEE Energia Engiadina |
| GemeindeVal Müstair | Bezug30.62 Rp. | Energie8.800 | Netz15.897 | Rücklieferung— | WerkProvedimaint electric Val Müstair (PEM) |
Energie und Netznutzung ohne Mehrwertsteuer. Ein Strich bei der Rücklieferung heisst, dass das Werk seinen Ansatz nicht öffentlich publiziert — das trifft auf 1 der 5 Gemeinden zu; dort gilt belegbar nur der gesetzliche Boden von 6.00 Rappen. Wo eine Gemeinde mehrere Werke hat, steht der Tarif des Werks, das den Hauptteil des Gemeindegebiets versorgt.
Netz oder Beschaffung — woher der Preis kommt
Bezugspreis 2026, Rappen je Kilowattstunde
ElCom-Daten 2026, Haushaltsprofil H4 mit 4’500 Kilowattstunden, inklusive Mehrwertsteuer.
Woher der Preis kommt: Energie und Netznutzung ohne Mehrwertsteuer
Ein grosser Energieanteil heisst teure Beschaffung, ein grosser Netzanteil dünne Besiedlung und lange Leitungen je Anschluss. Nicht dargestellt sind der Netzzuschlag des Bundes und die kommunalen Abgaben.
Die Reihenfolge lautet Samnaun (20.40), Valsot (21.75), Zernez (22.20) und Scuol (22.83 Rappen); das Val Müstair steht mit 30.62 Rappen deutlich abgesetzt am oberen Ende. Der Abstand über die fünf Gemeinden beträgt 10.22 Rappen, wobei vier davon in einem engen Band von 2.43 Rappen liegen. Für Samnaun ist eine Korrektur nötig: Weil das Tal Zollausschlussgebiet ist und auf Stromlieferungen dort keine Mehrwertsteuer erhoben wird, ist der ausgewiesene Wert eine Rechenkonvention — effektiv bezahlt ein Samnauner Haushalt 18.87 Rappen. Verglichen mit den Oberengadiner Repower-Gemeinden bei 33.18 Rappen ergibt das für Samnaun, Valsot, Zernez und Scuol zehn bis dreizehn Rappen Vorsprung, wovon je nach Gemeinde die Hälfte bis zwei Drittel auf die Netznutzung entfallen; das Val Müstair liegt mit 30.62 Rappen deutlich näher am Oberengadin.
Die wichtigste Zahl der Region steht in den Tarifblättern von EE Energia Engiadina: Photovoltaik bis 150 Kilowatt wird mit 7.00 Rappen je Kilowattstunde vergütet, ohne die bundesrechtlich zulässige Absenkung ab dreissig Kilowatt. Für eine Anlage von hundert Kilowatt ergäbe die gesetzliche Formel 1.80 Rappen; hier sind es 7.00 und damit fast das Vierfache — für Bauernhöfe, Hotels und Gewerbehallen in Scuol, Valsot, Zernez und Brail der entscheidende Wirtschaftlichkeitsfaktor. In Samnaun entspricht die Rücklieferung dem eigenen Energieliefertarif und bewegt sich je nach Saison und Tageszeit zwischen 4.50 und 7.00 Rappen, alles ohne Mehrwertsteuer; das dortige Tarifjahr beginnt am 1. Oktober und endet am 30. September. Für das Val Müstair ist das Modell bekannt, ein Ansatz jedoch nicht publiziert — dort greift lediglich das Minimum des Bundes, und massgebend bleibt im Übrigen das Tarifblatt der PEM.
Wer in der Region Engiadina Bassa/Val Müstair was bezahlt
| Ebene | Was Sie bekommen | Was das für Sie bedeutet |
|---|---|---|
| EbeneBund | Was Sie bekommenDie Einmalvergütung, ausgerichtet von Pronovo. Sie besteht aus einem Grundbetrag und einem Anteil je Kilowatt; steil gestellte Module bringen einen Zuschlag. | Was das für Sie bedeutetSie ist der verlässliche Teil der Rechnung. Die beiden Bündner Beiträge kommen nur dazu, wenn Ihre Anlage deren Bedingungen erfüllt — und die sind eng. |
| EbeneKanton Graubünden, Winterstrom | Was Sie bekommen300 Franken je Kilowatt-Peak, höchstens 200’000 Franken — aber nur für Anlagen mit einer Modulneigung von 60 bis 90 Grad an einem Standort mit mehr als 1’250 Kilowattstunden Globalstrahlung je Quadratmeter und Jahr. Artikel 23a des Bündner Energiegesetzes. | Was das für Sie bedeutet60 Grad und mehr heisst Fassade, Balkonbrüstung, Lawinenverbauung oder ein sehr steiles Stalldach — nicht das gewohnte Schrägdach. Wer ein normales Hausdach belegt, geht hier leer aus. Der Grund ist Winterstrom: Steile Module liefern im Dezember mehr, weil die Sonne tief steht und der Schnee abrutscht. |
| EbeneKanton Graubünden, Flächenpotential | Was Sie bekommen150 Franken je Kilowatt-Peak für die Leistung oberhalb von 30 Watt-Peak je Quadratmeter Energiebezugsfläche, höchstens 50’000 Franken. Artikel 23b. | Was das für Sie bedeutetDas belohnt, wer sein Dach voll belegt statt nur die Pflicht zu erfüllen. Gerechnet wird nur der Teil oberhalb der Schwelle, nicht die ganze Anlage. |
| EbeneKanton Graubünden, Batteriespeicher | Was Sie bekommenKeinen Beitrag. Die Massnahmenliste des Amts für Energie und Verkehr kennt keine Speichermassnahme. | Was das für Sie bedeutetEin Speicher muss sich aus dem gesparten Bezug tragen — und wie stark dieser Hebel ist, hängt hier mehr am Wohnort als in jedem anderen Kanton: zwischen der günstigsten und der teuersten Bündner Gemeinde liegen 28.11 Rappen. |
| EbeneDie Gemeinden | Was Sie bekommenKein belegtes kommunales Förderprogramm in einer der fünf Gemeinden. Der eigentliche regionale Vorteil steckt in der Vergütung: 7.00 Rappen bis 150 Kilowatt in vier Gemeinden statt der gesetzlich zulässigen Absenkung. | Was das für Sie bedeutetPlanen Sie mit der eidgenössischen Einmalvergütung sowie den Bündner Beiträgen — und legen Sie eine Anlage im Unterengadin ruhig grösser aus, weil die Vergütung bis 150 Kilowatt nicht abgesenkt wird. In Samnaun bleibt eine Frage offen, die Sie vor der Bestellung klären sollten: ob eine Photovoltaik-Montage dort als Lieferung oder als Dienstleistung gilt und damit null oder 8.1 Prozent Mehrwertsteuer trägt. Eine Antwort darauf ist nicht dokumentiert. |
Romanisches Tal mit einem Zollsonderfall
Zur Region gehören Scuol, Valsot, Zernez, Samnaun und Val Müstair — fünf Gemeinden auf rund 1’197 Quadratkilometern, nach der Surselva der zweitgrössten Regionsfläche des Kantons, mit gut 9’100 Einwohnerinnen und Einwohnern. Seit Anfang 2016 besteht sie als öffentlich-rechtliche Körperschaft, wie Artikel 71 der Kantonsverfassung es vorsieht — mit eigenen Organen und eigenem Personal, aber ausschliesslich für übertragene Aufgaben: Richtplanung auf regionaler Ebene, Berufsbeistandschaft, Zivilstandsamt sowie Betreibungs- und Konkursamt. Baubewilligungen und Energiebeiträge gehören ausdrücklich nicht dazu; darüber befinden Ihre Gemeinde und das Amt für Energie und Verkehr in Chur. Sprachlich ist das Unterengadin romanisch geprägt — Scuol, Valsot und Zernez führen Romanisch als Amtssprache, das Val Müstair ebenfalls —, während Samnaun als deutschsprachige Insel gilt. Die Dörfer mit ihren Sgraffito-Fassaden und tief herabgezogenen Dächern sind der prägende Bautyp.
Wirtschaftlich tragen der Tourismus in Scuol und Samnaun, die Alpwirtschaft und die Wasserkraft; im Val Müstair kommt das Kloster St. Johann als UNESCO-Welterbe dazu. EE Energia Engiadina gehört der Corporaziun Energia Engiadina und bezieht ihren Strom vorwiegend von der lokalen Engadiner Kraftwerke AG. Samnaun ist ein Sonderfall im Sonderfall: Als Zollausschlussgebiet wird dort auf Stromlieferungen keine Mehrwertsteuer erhoben, das Tarifblatt trägt entsprechend den Vermerk, alle Preise verstünden sich ohne Mehrwertsteuer. Ein Energiestadt-Label führt keine der fünf Gemeinden, und Gemeindebeiträge an Photovoltaik sind ebenso wenig nachgewiesen. Das kantonale Meldeformular gibt es auf Romanisch, was in dieser Region kein Detail ist, sondern die Amtssprache der Mehrheit trifft.
Was Sie in der Region Engiadina Bassa/Val Müstair bewilligen lassen müssen
Vier der fünf Gemeinden haben Ortsbilder von nationaler Bedeutung, und Scuol führt mit dem Hauptort, Ardez, Guarda, Sent, Sur En, Tarasp und dem Kurhaus Tarasp gleich mehrere — Guarda gehört seit der Fusion von 2015 zu Scuol und nicht zu Valsot, dessen Objekte Vnà und Tschlin heissen. Zernez ist mit Zernez und Lavin verzeichnet, das Val Müstair mit Müstair und Santa Maria; Samnaun hat keines. In solchen Perimetern kann die Gemeinde gestützt auf die Raumplanungsverordnung sämtliche Solaranlagen auf geschützten Bauten der Bewilligung unterstellen; belegt ist für keine der vier Gemeinden, dass sie diesen Schritt getan hätte. Sonst läuft alles über die Anzeige: vorgängige Meldung, fünfzehn Arbeitstage Bedenkzeit der Behörde, Baubeginn bei Stillschweigen — in der Praxis sind das gut drei Wochen. Zehn Watt Eigenstromleistung je Quadratmeter Energiebezugsfläche sind bei einem Neubau Pflicht.
Das Verfahren steht in Artikel 40b der kantonalen Raumplanungsverordnung, der auf Artikel 40a verweist: Die Bauherrschaft zeigt das Vorhaben vor der Ausführung bei der kommunalen Baubehörde an, und diese hat 15 Arbeitstage Zeit für Einwände. Wörtlich: «Ohne Mitteilung innert 15 Arbeitstagen kann die Bauherrschaft mit der Ausführung beginnen.» Rechnen Sie mit gut drei Wochen — das kantonale Meldeformular spricht zwar von «15 Tagen», aber Arbeitstage sind gemeint.
Zwei Wahlrechte räumt Artikel 40b den Gemeinden ein: Sie können Anlagen in Industrie- und Gewerbezonen ganz bewilligungsfrei stellen, und sie können bei Schutzobjekten eine generelle Bewilligungspflicht anordnen. Ob Ihre Gemeinde davon Gebrauch gemacht hat, steht in ihrer Bauordnung. Bewilligungspflichtig bleiben in jedem Fall Anlagen an Kultur- und Naturdenkmälern und in Ortsbildschutzzonen.
Neubauten: Artikel 9b des Bündner Energiegesetzes und Artikel 23 der Energieverordnung verlangen 10 Watt je Quadratmeter Energiebezugsfläche an eigener Stromerzeugung. Eine Ersatzabgabe ist in den einsehbaren Fassungen nicht vorgesehen — ein Unterschied zu St. Gallen mit bis zu 3’000 Franken je Kilowatt-Peak und Glarus mit 2’000. Die abrufbaren Erlasstexte hatten allerdings den Stand 1. Januar 2021; fragen Sie den aktuellen Stand bei der Gemeinde ab.
In drei Sprachen: Graubünden führt Deutsch, Rätoromanisch und Italienisch als Amtssprachen. Das kantonale Meldeformular für Solaranlagen gibt es in allen dreien, das Gesuchsportal auch auf Italienisch, und das Sprachengesetz verlangt Energiegesetz, Energieverordnung und Raumplanungsverordnung in allen drei Fassungen.
Einfamilienhaus in Scuol, 10 kWp
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| Fall | Produktion | Eigenverbrauch | Gesparter Bezug | Vergütung | Nutzen je Jahr |
|---|---|---|---|---|---|
| Fallohne Speicher | Produktion9’500 kWh | Eigenverbrauch30 % | Gesparter Bezug651 CHF | Vergütung466 CHF | Nutzen je Jahr1'117 CHF |
| Fallmit Speicher | Produktion9’500 kWh | Eigenverbrauch60 % | Gesparter Bezug1'301 CHF | Vergütung266 CHF | Nutzen je Jahr1'567 CHF |
Womit gerechnet wurde: 950 Kilowattstunden je Kilowatt Leistung und Jahr, 30 Prozent Eigenverbrauch ohne und 60 Prozent mit Batterie, 22.83 Rp./kWh Bezugspreis inklusive Mehrwertsteuer und 7.00 Rp./kWh ohne Mehrwertsteuer für die Rücklieferung. Der Herkunftsnachweis kommt separat dazu, und liegt der vierteljährliche Referenz-Marktpreis höher, verbessert sich das Ergebnis. Anschaffung, Einmalvergütung, Versicherung und Unterhalt sind nicht enthalten. Bandbreiten, keine Zusagen.
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Sieben Rappen bis 150 Kilowatt, ohne die Absenkung, die anderswo gilt: Für Hof-, Hotel- und Gewerbedächer im Unterengadin ist das der entscheidende Unterschied. Schildern Sie Objekt und Fläche; Betriebe aus dem Engadin rechnen Ihnen die Anlage mit dem Ansatz Ihres Werks durch.
Die Gemeinden in der Region Engiadina Bassa/Val Müstair
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Datenstand 2. September 2026. Quellen: ElCom — Strompreise 2026, Standardprodukt H4 · Pronovo — Einmalvergütung Photovoltaik · BFE — Referenz-Marktpreis · EE Energia Engiadina, Netznutzung und Energietarife 2026 · EE Energia Engiadina, Tarife Zernez und Brail 2026 · EW Samnaun, Strompreise ab Oktober 2025 · ElCom, Tarifdaten 2026 der Schweizer Verteilnetzbetreiber. Bezugspreise inklusive 8.1 Prozent Mehrwertsteuer, Einspeisesätze ohne Mehrwertsteuer wie im Preisblatt des Werks ausgewiesen. Tarife und Fördersätze ändern jährlich.