Kosten einer Photovoltaikanlage
Was eine Photovoltaikanlage in der Ostschweiz wirklich kostet
Offerten für dasselbe Dach liegen oft weit auseinander. Diese Seite zeigt, woraus der Preis entsteht, welche Posten in einer seriösen Offerte stehen müssen und was am Schluss übrig bleibt, wenn Förderung und Steuerabzug abgezogen sind.
Zwei Zahlen, an denen Sie sich orientieren können
Beide Werte sind Richtgrössen, keine Preisliste. Was Ihr Dach kostet, hängt an Dingen, die man sehen muss.
Woran der Preis wirklich hängt
| Posten | Warum er den Preis bewegt |
|---|---|
| Dachdeckung | Ziegel, Eternit, Blech oder Flachdach verlangen je eine andere Unterkonstruktion. Der Unterschied steckt in der Montagezeit, nicht im Modul. |
| Aufgeständert oder integriert | Die integrierte Lösung ersetzt die Dachhaut und kostet mehr, spart aber die Neueindeckung, wenn das Dach ohnehin fällig ist. |
| Zugänglichkeit | Ein Kranstellplatz vor dem Haus ist günstiger als ein Gerüst über drei Etagen im Altstadtkern. |
| Leitungsweg | Zwischen Dach und Zählerkasten liegen manchmal zwei Meter, manchmal das ganze Haus. Diesen Weg bezahlt man pro Meter. |
| Zähler und Anschluss | Ältere Installationen brauchen einen neuen Zähler oder eine grössere Absicherung. Das Werk stellt das separat in Rechnung. |
| Speicher | Verdoppelt in vielen Offerten den Eigenverbrauch, kostet aber ungefähr so viel wie ein Drittel der Anlage. Rechnet sich dort, wo der Bezugspreis hoch ist. |
Was der Bund abzieht
Die Einmalvergütung von Pronovo ist keine Förderung, um die man sich bewerben muss, sondern ein Rechtsanspruch. Für Anlagen unter 30 Kilowatt gilt 2026 kein Grundbeitrag mehr, dafür 360 Franken je Kilowatt bei angebauten und 400 Franken je Kilowatt bei dachintegrierten Anlagen. Dazu kommt ein Neigungsbonus ab 75 Grad und seit dem 1. Januar 2026 der Winterstrombonus.
Kantonal sieht es sehr unterschiedlich aus. Graubünden zahlt 300 Franken je Kilowatt, allerdings nur bei einer Neigung zwischen 60 und 90 Grad. Appenzell Ausserrhoden legt bis zur Hälfte der Bundesvergütung obendrauf. Glarus kennt einen Neigungswinkelbonus ab 75 Grad. Thurgau und Schaffhausen fördern nicht die Anlage, sondern den Speicher ab 10 Kilowattstunden mit je 1000 Franken; Schaffhausen deckelt zusätzlich bei einem Viertel der Investition. St. Gallen und Appenzell Innerrhoden kennen keinen kantonalen Beitrag, die Stadt St. Gallen dagegen schon.
Der Ertrag zählt doppelt, aber nicht gleich
Jede Kilowattstunde, die Sie selbst verbrauchen, ersetzt Strom, den Sie sonst kaufen würden. In der Ostschweiz kostet der bezogene Strom je nach Werk zwischen rund 11 und rund 45 Rappen. Genau diese Spanne entscheidet, wie schnell sich eine Anlage rechnet.
Was Sie nicht selbst verbrauchen, geht ins Netz. Dafür gilt seit dem 1. Januar 2026 eine gesetzliche Untergrenze von 6.00 Rappen bei Anlagen unter 30 Kilowatt. Darüber liegt der vierteljährlich ermittelte Referenz-Marktpreis: im ersten Quartal 2026 waren es 10.27 Rappen, im zweiten nur noch 3.90 Rappen. Im zweiten Quartal hat also der gesetzliche Boden gegriffen.
Daraus folgt die einzige Regel, die überall gilt: Eigenverbrauch schlägt Einspeisung, und zwar deutlich.
Was Hauseigentümer vor der Unterschrift fragen sollten
01Ist das Gerüst im Preis enthalten?
Häufigster Streitpunkt. Manche Offerten führen es als Option, andere gar nicht. Ohne diese Position ist kein Vergleich möglich.
02Wer meldet die Anlage beim Netzbetreiber an?
Das technische Anschlussgesuch und die Pronovo-Anmeldung gehören normalerweise zum Auftrag. Steht es nicht drin, machen Sie es selbst.
03Brauche ich eine Baubewilligung?
Im Thurgau sind Anlagen bis 35 Quadratmeter in der Bauzone bewilligungsfrei und müssen nicht einmal gemeldet werden. Darüber gilt eine Meldung 20 Tage vor Baubeginn. In Graubünden besteht seit 2021 eine Solarpflicht. Kernzonen, Ortsbildschutz und Denkmäler sind überall die Ausnahme.
04Was steht zur Garantie im Vertrag?
Modulleistung, Wechselrichter und Montagearbeit haben drei verschiedene Garantiefristen. Eine Offerte, die nur von Garantie spricht, ist keine.
Weiterlesen im Ratgeber
Der Preis ist nur die eine Hälfte der Rechnung. Wie schnell sich die Anlage zurückzahlt, steht unter Amortisation einer Solaranlage. Warum der Eigenverbrauch mehr über den Ertrag entscheidet als die Anlagengrösse, lesen Sie dort. Was Sie beim Steuerabzug geltend machen können und ob sich ein Batteriespeicher rechnet, steht in eigenen Beiträgen. Alle Themen im Überblick: Photovoltaik-Ratgeber Ostschweiz.
Photovoltaik in Ihrem Kanton
Förderung, Bewilligungsverfahren und Strompreise sind kantonal geregelt. Auf der Kantonsseite stehen die Zahlen für Ihre Gegend und die Gemeinden im Überblick.
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Stand 11. September 2026. Quellen: Swissolar - Branchen-Faktenblatt Photovoltaik Schweiz · Pronovo - Einmalvergütung Photovoltaik · BFE - Referenz-Marktpreis · ElCom - Strompreise 2026