Photovoltaik im Region Plessur
Region Plessur: 27.60 bis 32.34 Rappen vom Tal aufs Schanfigg
In der Region Plessur bewegt sich der Haushaltstarif 2026 zwischen 27.60 Rappen in Arosa und 32.34 Rappen in Chur, wobei die ElCom für das Netzgebiet Tschiertschen-Praden eine vierte Zeile mit dem Churer Wert führt. Kantonsweit liegt der tiefste Wert bei 11.32 und der höchste bei 39.43 Rappen. Wer einspeist, hat bei Anlagen bis dreissig Kilowatt Anspruch auf mindestens 6.00 Rappen — in Arosa liegt der tatsächliche Wintersatz jedoch weit darüber.
Haushaltstarif H4 2026, 4’500 Kilowattstunden Jahresverbrauch, inklusive Mehrwertsteuer.
Was eine Solaranlage in der Region Plessur kostet
Die Region reicht vom Churer Talboden auf rund 550 Metern bis in den Aroser Talkessel auf 1’775 Meter, und die Kostenstruktur einer Anlage folgt dieser Treppe. Unten bestimmen städtische Randbedingungen den Preis — Gerüstbewilligung, enge Zufahrt, Kranstellplatz —, oben die Schneelast und der Transport. Zwischen einem Reihenhaus in Chur, einem Mehrfamilienhaus in Churwalden und einem Hotelbau in Arosa liegen deshalb drei verschiedene Kalkulationen, auch bei gleicher Modulzahl. Verlangen Sie ein Angebot mit einzeln ausgewiesenen Posten und lassen Sie den Ertrag vorab adressgenau auf sonnendach.ch prüfen.
Die drei Werke der Region setzen den Preis auf völlig verschiedene Weise zusammen. Arosa Energie hat mit 7.648 Rappen den mit Abstand tiefsten Beschaffungspreis und mit 2.100 Rappen zugleich die höchste kommunale Abgabe. Rabiosa Energie verrechnet in Churwalden mit 14.430 Rappen die höchste Netznutzung, bei einer Abgabe von nur 0.800 Rappen — ein teures Netz, keine teure Gemeinde. IBC Chur liegt bei 12.597 Rappen Netz und 11.900 Rappen Energie und weist die Konzessionsabgabe von 2.00 Rappen im Tarifblatt offen aus. Für Ihre Rechnung zählt jeweils die Summe — genau diesen Betrag ersetzt eine selbst verbrauchte Kilowattstunde.
Was die Gemeinden beim Strompreis trennt
Nach rechts wischen — diese Tabelle ist breiter als der Bildschirm.
| Gemeinde | Bezug 2026 | Energie | Netz | Rücklieferung | Werk |
|---|---|---|---|---|---|
| GemeindeArosa | Bezug27.60 Rp. | Energie7.648 | Netz11.080 | Rücklieferung10.00 | WerkArosa Energie |
| GemeindeChurwalden | Bezug31.25 Rp. | Energie9.830 | Netz14.430 | Rücklieferung6.00 | WerkRabiosa Energie |
| GemeindeChur | Bezug32.34 Rp. | Energie11.900 | Netz12.597 | Rücklieferung6.00 | WerkIBC Energie Wasser Chur (IBC) |
| GemeindeTschiertschen-Praden | Bezug32.34 Rp. | Energie11.900 | Netz12.597 | Rücklieferung6.00 | WerkIBC Energie Wasser Chur (IBC) |
Energie und Netznutzung ohne Mehrwertsteuer. Ein Strich bei der Rücklieferung heisst, dass das Werk seinen Ansatz nicht öffentlich publiziert — das trifft auf 0 der 4 Gemeinden zu; dort gilt belegbar nur der gesetzliche Boden von 6.00 Rappen. Wo eine Gemeinde mehrere Werke hat, steht der Tarif des Werks, das den Hauptteil des Gemeindegebiets versorgt.
Netz oder Beschaffung — woher der Preis kommt
Bezugspreis 2026, Rappen je Kilowattstunde
ElCom-Daten 2026, Haushaltsprofil H4 mit 4’500 Kilowattstunden, inklusive Mehrwertsteuer.
Woher der Preis kommt: Energie und Netznutzung ohne Mehrwertsteuer
Ein grosser Energieanteil heisst teure Beschaffung, ein grosser Netzanteil dünne Besiedlung und lange Leitungen je Anschluss. Nicht dargestellt sind der Netzzuschlag des Bundes und die kommunalen Abgaben.
Arosa führt die Region mit 27.60 Rappen an, Churwalden folgt mit 31.25, Chur und das weitergeführte Netzgebiet Tschiertschen-Praden liegen bei 32.34 Rappen. Der Abstand zwischen dem günstigsten und dem teuersten Wert beträgt 4.74 Rappen oder gut 213 Franken jährlich bei 4’500 Kilowattstunden — für Bündner Verhältnisse eine schmale Spanne. Bemerkenswert ist die Richtung: Der höchstgelegene und am dünnsten besiedelte Ort der Region ist der günstigste, die Stadt im Tal der teuerste. Wer die Zahlen mit dem Nachbargebiet vergleicht, findet in der Region Imboden fünf Gemeinden bei 27.71 und zwei bei 27.12 Rappen, also durchgehend unter dem Churer Wert.
Auf der Einspeiseseite geht die Region weit auseinander. Bei Arosa Energie bringt die Winterperiode 22.00 Rappen, solange die eingespeiste Menge unter 15’000 Kilowattstunden bleibt, darüber 11.00 Rappen; im Sommer sind es 10.00 und 7.00 Rappen, jeweils bis 150 Kilowatt Modulleistung und mit eingerechnetem Herkunftsnachweis — rund das Vierfache des gesetzlichen Minimums und der höchste belegte Ansatz des Kantons. Rabiosa Energie in Churwalden verharrt bei 6.00 Rappen unterhalb der Dreissig-Kilowatt-Marke und 6.20 Rappen darüber ohne eigene Nutzung, vergütet den Herkunftsnachweis jedoch mit 1.50 Rappen und damit besser als die Nachbarwerke. IBC Chur bildet exakt das bundesrechtliche Minimum ab und legt einen Rappen für den Nachweis darauf. Damit gilt: In Arosa rechnet sich die Einspeisung, in Chur der Eigenverbrauch.
Wer in der Region Plessur was bezahlt
| Ebene | Was Sie bekommen | Was das für Sie bedeutet |
|---|---|---|
| EbeneBund | Was Sie bekommenDie Einmalvergütung, ausgerichtet von Pronovo. Sie besteht aus einem Grundbetrag und einem Anteil je Kilowatt; steil gestellte Module bringen einen Zuschlag. | Was das für Sie bedeutetSie ist der verlässliche Teil der Rechnung. Die beiden Bündner Beiträge kommen nur dazu, wenn Ihre Anlage deren Bedingungen erfüllt — und die sind eng. |
| EbeneKanton Graubünden, Winterstrom | Was Sie bekommen300 Franken je Kilowatt-Peak, höchstens 200’000 Franken — aber nur für Anlagen mit einer Modulneigung von 60 bis 90 Grad an einem Standort mit mehr als 1’250 Kilowattstunden Globalstrahlung je Quadratmeter und Jahr. Artikel 23a des Bündner Energiegesetzes. | Was das für Sie bedeutet60 Grad und mehr heisst Fassade, Balkonbrüstung, Lawinenverbauung oder ein sehr steiles Stalldach — nicht das gewohnte Schrägdach. Wer ein normales Hausdach belegt, geht hier leer aus. Der Grund ist Winterstrom: Steile Module liefern im Dezember mehr, weil die Sonne tief steht und der Schnee abrutscht. |
| EbeneKanton Graubünden, Flächenpotential | Was Sie bekommen150 Franken je Kilowatt-Peak für die Leistung oberhalb von 30 Watt-Peak je Quadratmeter Energiebezugsfläche, höchstens 50’000 Franken. Artikel 23b. | Was das für Sie bedeutetDas belohnt, wer sein Dach voll belegt statt nur die Pflicht zu erfüllen. Gerechnet wird nur der Teil oberhalb der Schwelle, nicht die ganze Anlage. |
| EbeneKanton Graubünden, Batteriespeicher | Was Sie bekommenKeinen Beitrag. Die Massnahmenliste des Amts für Energie und Verkehr kennt keine Speichermassnahme. | Was das für Sie bedeutetEin Speicher muss sich aus dem gesparten Bezug tragen — und wie stark dieser Hebel ist, hängt hier mehr am Wohnort als in jedem anderen Kanton: zwischen der günstigsten und der teuersten Bündner Gemeinde liegen 28.11 Rappen. |
| EbeneDie Gemeinden | Was Sie bekommenVon keiner der drei Gemeinden einen bezifferten Beitrag an Photovoltaik oder Speicher. Chur begleitet jährlich einige wenige Liegenschaften unentgeltlich bei der Erarbeitung eines Energiekonzepts; in Arosa und Churwalden liess sich kein Programm finden. | Was das für Sie bedeutetTragend sind die Einmalvergütung des Bundes und die zwei Bündner Beitragsprogramme, deren Gesuch jeweils vor dem Baubeginn eingereicht sein muss. Den grössten regionalen Unterschied macht nicht ein Beitrag, sondern der Aroser Wintertarif — er wirkt über zwanzig Jahre statt einmalig. |
Drei Gemeinden, ein Betreibungsamt
Die Region Plessur umfasst nach dem Zusammenschluss von Tschiertschen-Praden mit der Stadt Chur noch drei Gemeinden — Arosa, Chur und Churwalden — auf gut 313 Quadratkilometern, und rund neunzig Prozent der etwa 44’400 Einwohnerinnen und Einwohner leben in der Kantonshauptstadt. Anders als die Ausserrhoder Bezirke oder die St. Galler Wahlkreise ist diese Region ein eigener Rechtsträger: Artikel 71 der Kantonsverfassung macht sie zur Körperschaft des kantonalen öffentlichen Rechts, mit Statuten, einer Präsidentenkonferenz als Exekutive und einer Geschäftsprüfungskommission. Ihre Aufgaben nennt sie selbst: Raumentwicklung im Sinne der regionalen Richtplanung, Berufsbeistandschaft, Zivilstandswesen, Betreibungs- und Konkurswesen sowie die Verwaltung der Kreisarchive. Über eine Solaranlage entscheidet sie nichts — dafür bleiben die örtliche Baubehörde und, für das Geld, das Amt für Energie und Verkehr des Kantons zuständig. Geografisch reicht das Gebiet vom Rheintalboden über die Passugger Schlucht und das Schanfigg bis auf die Höhen um Parpan und Medergen.
Wirtschaftlich trägt Chur als Kantonshauptstadt mit Verwaltung, Handel und Gewerbe die grössten Dachflächen, während Arosa und Churwalden vom Wintertourismus im Skigebiet Arosa Lenzerheide leben. Daraus ergibt sich ein für die Photovoltaik ungewöhnliches Lastprofil: Hotels, Bergbahnen und Beschneiungsanlagen ziehen ihren Strom genau dann, wenn eine steile Anlage oberhalb des Nebels ihre stärkste Produktion hat. Das Label Energiestadt führt allein Chur; Arosa nennt es in seinem Energiemasterplan von 2020 als Zwischenziel, Churwalden gar nicht. Beiträge einer der drei Gemeinden an Photovoltaik liessen sich nirgends nachweisen — Chur bietet jährlich für wenige Liegenschaften eine unentgeltliche Energiekonzeptbegleitung, und Arosa Energie verweist ausdrücklich auf Kanton und Bund.
Was Sie in der Region Plessur bewilligen lassen müssen
Zwei der drei Gemeinden haben Ortsbilder von nationaler Bedeutung: Chur mit der Altstadt und Arosa mit Strassberg, Calfreisen, Medergen sowie Dörfji und Schmitten im Sapün; Churwalden hat mit Malix und Parpan keines. Für Chur ist das mehr als ein Eintrag — das städtische Baugesetz verbietet Flachdächer in der Altstadt und behandelt nichtreflektierende Solarzellen als kleineres Bauvorhaben des Departements. Ausserhalb geschützter Bereiche führt in der ganzen Region derselbe Weg zum Ziel: Sie melden schriftlich, bevor gebaut wird, und die Behörde kann binnen fünfzehn Arbeitstagen eine Bewilligungspflicht verfügen; schweigt sie, ist der Bau frei. Setzen Sie dafür drei Wochen an, denn die fünfzehn Kalendertage auf dem kantonalen Formular sind zu knapp gerechnet. Ein Neubau braucht zehn Watt Eigenstromleistung je Quadratmeter Energiebezugsfläche, eine Ersatzabgabe ist dafür nicht vorgesehen.
Das Verfahren steht in Artikel 40b der kantonalen Raumplanungsverordnung, der auf Artikel 40a verweist: Die Bauherrschaft zeigt das Vorhaben vor der Ausführung bei der kommunalen Baubehörde an, und diese hat 15 Arbeitstage Zeit für Einwände. Wörtlich: «Ohne Mitteilung innert 15 Arbeitstagen kann die Bauherrschaft mit der Ausführung beginnen.» Rechnen Sie mit gut drei Wochen — das kantonale Meldeformular spricht zwar von «15 Tagen», aber Arbeitstage sind gemeint.
Zwei Wahlrechte räumt Artikel 40b den Gemeinden ein: Sie können Anlagen in Industrie- und Gewerbezonen ganz bewilligungsfrei stellen, und sie können bei Schutzobjekten eine generelle Bewilligungspflicht anordnen. Ob Ihre Gemeinde davon Gebrauch gemacht hat, steht in ihrer Bauordnung. Bewilligungspflichtig bleiben in jedem Fall Anlagen an Kultur- und Naturdenkmälern und in Ortsbildschutzzonen.
Neubauten: Artikel 9b des Bündner Energiegesetzes und Artikel 23 der Energieverordnung verlangen 10 Watt je Quadratmeter Energiebezugsfläche an eigener Stromerzeugung. Eine Ersatzabgabe ist in den einsehbaren Fassungen nicht vorgesehen — ein Unterschied zu St. Gallen mit bis zu 3’000 Franken je Kilowatt-Peak und Glarus mit 2’000. Die abrufbaren Erlasstexte hatten allerdings den Stand 1. Januar 2021; fragen Sie den aktuellen Stand bei der Gemeinde ab.
In drei Sprachen: Graubünden führt Deutsch, Rätoromanisch und Italienisch als Amtssprachen. Das kantonale Meldeformular für Solaranlagen gibt es in allen dreien, das Gesuchsportal auch auf Italienisch, und das Sprachengesetz verlangt Energiegesetz, Energieverordnung und Raumplanungsverordnung in allen drei Fassungen.
Einfamilienhaus in Chur, 10 kWp
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| Fall | Produktion | Eigenverbrauch | Gesparter Bezug | Vergütung | Nutzen je Jahr |
|---|---|---|---|---|---|
| Fallohne Speicher | Produktion9’500 kWh | Eigenverbrauch30 % | Gesparter Bezug922 CHF | Vergütung399 CHF | Nutzen je Jahr1'321 CHF |
| Fallmit Speicher | Produktion9’500 kWh | Eigenverbrauch60 % | Gesparter Bezug1'843 CHF | Vergütung228 CHF | Nutzen je Jahr2'071 CHF |
Womit gerechnet wurde: 950 Kilowattstunden je Kilowatt Leistung und Jahr, 30 Prozent Eigenverbrauch ohne und 60 Prozent mit Batterie, 32.34 Rp./kWh Bezugspreis inklusive Mehrwertsteuer und 6.00 Rp./kWh ohne Mehrwertsteuer für die Rücklieferung. Der Herkunftsnachweis kommt separat dazu, und liegt der vierteljährliche Referenz-Marktpreis höher, verbessert sich das Ergebnis. Anschaffung, Einmalvergütung, Versicherung und Unterhalt sind nicht enthalten. Bandbreiten, keine Zusagen.
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Vom Bundesminimum in Chur bis zu 22 Rappen im Aroser Winter liegen in derselben Region Welten. Ein paar Angaben zu Ihrem Gebäude reichen, damit Installateure aus Chur und dem Schanfigg passende Varianten vorlegen.
Die Gemeinden in der Region Plessur
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Datenstand 2. September 2026. Quellen: ElCom — Strompreise 2026, Standardprodukt H4 · Pronovo — Einmalvergütung Photovoltaik · BFE — Referenz-Marktpreis · Region Plessur, Aufgaben und Organe · Arosa Energie, Preisblatt Rücklieferung ab 1. Januar 2026 · ElCom, Tarifdaten 2026 der Schweizer Verteilnetzbetreiber · Verfassung des Kantons Graubünden, BR 110.100. Bezugspreise inklusive 8.1 Prozent Mehrwertsteuer, Einspeisesätze ohne Mehrwertsteuer wie im Preisblatt des Werks ausgewiesen. Tarife und Fördersätze ändern jährlich.