Photovoltaik und Solaranlage in Avers
Avers, 15.10 Rappen — und die Fassade als Hauptfläche
In Avers verrechnet das Elektrizitätswesen der Gemeinde Andeer 2026 einen Haushaltstarif von 15.10 Rappen je Kilowattstunde, den höchsten seines Versorgungsgebiets. Der gesetzliche Anspruch für abgegebenen Strom beläuft sich auf 6.00 Rappen exklusive Mehrwertsteuer; einen eigenen Ansatz des Werks für 2026 konnte ich nicht belegen. In der höchstgelegenen politischen Gemeinde der Schweiz zählt allerdings die Bauweise mehr als der Tarif.
Haushaltstarif H4 der Bündner Gemeinden 2026, 4’500 Kilowattstunden Jahresverbrauch, inklusive Mehrwertsteuer. Median 30.62 Rappen, Spanne 28.11 Rappen.
Was eine Solaranlage in Avers kostet
Zwischen 1’668 Metern in Campsut und 2’126 Metern in Juf gelten drei Dinge gleichzeitig, und alle drei stehen in der Offerte. Erstens die Schneelast: Die Unterkonstruktion ist nach Norm auszulegen, und das kostet Material. Zweitens Neigung und Aufständerung: Die Module sollen so stehen, dass der Schnee abgeht und die tief stehende Wintersonne in einem brauchbaren Winkel auftrifft. Drittens der Ertrag selbst, der durch dünne Luft, tiefe Modultemperaturen und die Reflexion vom Schnee im Winterhalbjahr überdurchschnittlich ausfällt. Was ein bestimmtes Dach oder eine bestimmte Wand bringt, klären Sie adressgenau über sonnendach.ch; eine Faustzahl für die Gemeinde hilft bei dieser Höhenspanne nicht weiter.
Rein rechnerisch bleiben nach Abzug der Steuer 13.969 Rappen. Davon fallen 4.50 Rappen an die Gemeinde, 2.300 an den Bund, 4.576 an den Einkauf und 0.460 an das Netz; die Grund- und Messgebühr von 96 Franken jährlich ergibt umgelegt 2.133 Rappen. Die vierte Position ist der ganze Unterschied zu Rongellen: Dort beträgt sie 1.00 Rappen, hier 4.50, und alle übrigen Positionen stimmen auf drei Nachkommastellen überein. Avers zahlt also nicht deshalb 3.78 Rappen mehr, weil der Strom weiter transportiert oder teurer eingekauft würde, sondern weil die Gemeinde einen höheren Zuschlag erhebt. Für Ihre Rechnung heisst das trotzdem: 15.10 Rappen sind der Betrag, den jede selbst verbrauchte Kilowattstunde einspart — und das ist wenig.
Was Ihr Solarstrom in Avers wert ist
| Position | 2026 | Was dahintersteckt |
|---|---|---|
| PositionStrom, den Sie beziehen | 202615.10 Rp./kWh | Was dahinterstecktStandardprodukt für einen Haushalt mit 4’500 Kilowattstunden Jahresverbrauch bei Gemeinde Andeer, Elektrizitätswesen, inklusive Mehrwertsteuer. Ohne Mehrwertsteuer sind es 13.969 Rappen, darin 4.576 für die Energie, 0.460 für die Netznutzung, 2.300 Netzzuschlag des Bundes, 4.500 Abgaben an das Gemeinwesen und 2.133 Rappen weitere gesetzliche Positionen. |
| PositionStrom, den Sie einspeisen | 2026ab 6.00 Rp./kWh | Was dahinterstecktDie gesetzliche Untergrenze ohne Mehrwertsteuer für Anlagen bis 30 Kilowatt. Den eigenen Ansatz führt Gemeinde Andeer, Elektrizitätswesen auf dem eigenen Tarifblatt; er war für diese Seite nicht öffentlich abrufbar. Fragen Sie ihn vor der Bestellung ab — zwischen den Bündner Werken liegt hier ein Faktor von mehr als drei. |
| PositionIhr Vorteil je selbst verbrauchter kWh | 20269.1 Rp. | Was dahinterstecktDer Abstand zwischen dem, was Sie zahlen, und dem, was Sie für eingespeisten Strom bekommen. Gerechnet mit dem Bezugspreis inklusive und dem Einspeiseansatz ohne Mehrwertsteuer, so wie beide ausgewiesen sind. In Rongellen sind es 5.3 Rappen, in Bergün Filisur 33.4 — deshalb lohnt sich Eigenverbrauch nicht überall gleich stark. |
Avers im Region Viamala
Bezugspreis 2026 im Region Viamala, dazu die beiden kantonalen Eckwerte, Rappen je Kilowattstunde
ElCom-Daten 2026, Haushaltsprofil H4 mit 4’500 Kilowattstunden, inklusive Mehrwertsteuer. Wo eine Gemeinde mehrere Werke hat, steht der Tarif des Werks, das den Hauptteil des Gemeindegebiets versorgt — das ist nicht immer der günstigste.
Woher der Preis kommt: Energie und Netznutzung ohne Mehrwertsteuer
Ein hoher Preis hat zwei sehr verschiedene Ursachen. Ein grosser Energieanteil heisst teure Beschaffung — daran kann eine Gemeinde kurzfristig wenig ändern. Ein grosser Netzanteil heisst dünne Besiedlung und lange Leitungen je Anschluss. Nicht dargestellt sind der Netzzuschlag des Bundes und die kommunalen Abgaben.
Mit 15.10 Rappen steht Avers auf Rang acht von 101 Bündner Gemeinden und 15.52 Rappen unter dem kantonalen Median. Innerhalb der zehn Viamala-Gemeinden unter 21 Rappen ist es der höchste Wert des Andeerer Gebiets, während Thusis mit 17.54 und Rheinwald mit 20.14 darüber liegen. Interessanter als der Rang ist hier eine andere Zahl: Der Fassadenanteil am Solarpotenzial beträgt in Avers 48 Prozent — 8.39 Gigawattstunden entfallen auf Dächer, weitere 4.03 auf Fassaden. Zum Vergleich: In Sils im Domleschg im Talboden sind es 28 Prozent. Der Zusammenhang ist physikalisch erwartbar, weil die tiefstehende Wintersonne auf senkrechte Flächen günstiger auftrifft, und er hat in Graubünden eine unmittelbare finanzielle Folge.
Ein Tarifdokument des Werks zur Rücklieferung liegt nicht vor, weshalb an dieser Stelle keine Rappenzahl steht. Verlassen können Sie sich einzig auf das gesetzliche Minimum, das kleinen Anlagen 6.00 Rappen zusichert. Das ist für Avers besonders relevant, weil ein grosser Teil der Gebäude Ferienhäuser sind: Wer sein Haus wenige Wochen im Jahr bewohnt, verbraucht den Solarstrom nicht selbst und ist auf die Einspeisung angewiesen. Aus einem Eigenverbrauchsobjekt wird dann ein Rücklieferobjekt, und der unbekannte Ansatz des Werks entscheidet über die ganze Rechnung; Ställe und Alpgebäude mit Sommerbetrieb liegen dazwischen. Klären Sie den Ansatz deshalb vorab schriftlich, statt mit einer Durchschnittsannahme zu kalkulieren.
Wer in Avers was bezahlt
| Ebene | Was Sie bekommen | Was das für Sie bedeutet |
|---|---|---|
| EbeneBund | Was Sie bekommenDie Einmalvergütung, ausgerichtet von Pronovo. Sie besteht aus einem Grundbetrag und einem Anteil je Kilowatt; steil gestellte Module bringen einen Zuschlag. | Was das für Sie bedeutetSie ist der verlässliche Teil der Rechnung. Die beiden Bündner Beiträge kommen nur dazu, wenn Ihre Anlage deren Bedingungen erfüllt — und die sind eng. |
| EbeneKanton Graubünden, Winterstrom | Was Sie bekommen300 Franken je Kilowatt-Peak, höchstens 200’000 Franken — aber nur für Anlagen mit einer Modulneigung von 60 bis 90 Grad an einem Standort mit mehr als 1’250 Kilowattstunden Globalstrahlung je Quadratmeter und Jahr. Artikel 23a des Bündner Energiegesetzes. | Was das für Sie bedeutet60 Grad und mehr heisst Fassade, Balkonbrüstung, Lawinenverbauung oder ein sehr steiles Stalldach — nicht das gewohnte Schrägdach. Wer ein normales Hausdach belegt, geht hier leer aus. Der Grund ist Winterstrom: Steile Module liefern im Dezember mehr, weil die Sonne tief steht und der Schnee abrutscht. |
| EbeneKanton Graubünden, Flächenpotential | Was Sie bekommen150 Franken je Kilowatt-Peak für die Leistung oberhalb von 30 Watt-Peak je Quadratmeter Energiebezugsfläche, höchstens 50’000 Franken. Artikel 23b. | Was das für Sie bedeutetDas belohnt, wer sein Dach voll belegt statt nur die Pflicht zu erfüllen. Gerechnet wird nur der Teil oberhalb der Schwelle, nicht die ganze Anlage. |
| EbeneKanton Graubünden, Batteriespeicher | Was Sie bekommenKeinen Beitrag. Die Massnahmenliste des Amts für Energie und Verkehr kennt keine Speichermassnahme. | Was das für Sie bedeutetEin Speicher muss sich aus dem gesparten Bezug tragen — und wie stark dieser Hebel ist, hängt hier mehr am Wohnort als in jedem anderen Kanton: zwischen der günstigsten und der teuersten Bündner Gemeinde liegen 28.11 Rappen. |
| EbeneGemeinde Avers | Was Sie bekommenKeinen kommunalen Beitrag; auch das ewz-Programm reicht nicht bis ins Averstal. Was die Gemeinde einbringt, ist ihr Anteil von 4.52 Prozent an der Gratis- und Vorzugsenergie der Korporation. | Was das für Sie bedeutetDer entscheidende Topf liegt für Sie beim Kanton: 300 Franken je Kilowattpeak, sofern die Neigung zwischen 60 und 90 Grad liegt, höchstens 200’000 Franken, Gesuch vor Baubeginn. In Avers ist diese Bedingung kein Sonderfall, sondern oft die technisch beste Variante. |
Beide kantonalen Beiträge setzen ein Gesuch vor Baubeginn voraus. Ein Jahresbudget oder Kontingent ist nicht publiziert. Achtung: Die Zahl 600 Franken je Kilowatt-Peak, die im Umlauf ist, ist überholt — der Förderflyer hält ausdrücklich fest, dass die publizierten Beträge die Mittel aus dem Aktionsplan Green Deal bereits enthalten.
Acht Weiler zwischen 1’668 und 2’126 Metern
Avers ist die höchstgelegene politische Gemeinde der Schweiz; der Hauptort Cresta liegt auf 1’958 Metern, und die Gemeinde erstreckt sich über 93.14 Quadratkilometer, auf denen 168 Menschen leben. Zur Streusiedlung gehören Campsut auf 1’668 Metern, Cröt auf 1’715, Pürt auf 1’921, Cresta, Am Bach auf 1’959, Juppa auf 2’004, Podestatsch Hus auf 2’046 und Juf auf 2’126 Metern. Juf gilt als höchstgelegene ganzjährig bewohnte Siedlung Europas. Gesprochen wird Walserdeutsch — eine Sprachinsel im romanischen Umfeld. Ein Ortsbild von nationaler Bedeutung gibt es nicht; die reformierte Kirche ist ein Einzelobjekt von nationaler Bedeutung.
Historisch lebte das Tal von Alpwirtschaft und Viehhandel, heute überwiegt der Tourismus; die Erschliessung wurde erst mit dem Bau der Staumauer im Valle di Lei zwischen 1958 und 1963 modernisiert. Für Anbieter bedeutet das acht getrennte Siedlungskerne auf 93 Quadratkilometern, keine Industriedächer, dafür Ställe und Ferienhäuser mit sehr ungleichmässigem Lastprofil. Einen eigenen Fördertopf für Solaranlagen kennt die Gemeinde nicht, und der ewz-Perimeter reicht nicht ins Averstal. Über die Gemeindekorporation Hinterrhein hält Avers 4.52 Prozent an der Konzessionsenergie der Kraftwerke im Tal.
Ortschaften und Lagen: Cresta, Juf, Campsut, Cröt, Pürt, Juppa. Die Gemeinde zählt 168 Einwohner auf 9'314 Hektaren. Sie gehört zur Region Viamala — einer Körperschaft des kantonalen öffentlichen Rechts, die seit 2016 die alten Kreise ablöst, aber weder über Baubewilligungen noch über Förderbeiträge entscheidet; dafür bleibt die Gemeinde zuständig. Postleitzahl des Hauptorts: 7447. Weitere Postleitzahlen im Gemeindegebiet: 7448 Juf.
Was Sie in Avers bewilligen lassen müssen
Ohne geschütztes Ortsbild ist der Verfahrensweg kurz, doch die für Avers naheliegende Bauform verschiebt den Schwerpunkt. Anzeigefrei bleibt eine Fassadenanlage nur bis 6.0 Quadratmeter Absorberfläche je Fassade innerhalb der Bauzone und bis 2.0 Quadratmeter ausserhalb; alles Grössere läuft in Graubünden meist über das ordentliche Baubewilligungsverfahren, weil die Anzeigeregel ausdrücklich nur Dächer erfasst. Das ist strenger, als es das Bundesrecht erwarten liesse, und es gehört in die Zeitplanung. Auf dem Dach bleibt es beim kurzen Weg: melden, bevor gebaut wird, und nach 15 Arbeitstagen ohne Gegenmeldung beginnen — kalkulieren Sie drei Wochen statt der Faustregel des Formulars. Ein Neubau braucht 10 Watt eigene Erzeugungsleistung je Quadratmeter Energiebezugsfläche.
Das Verfahren steht in Artikel 40b der kantonalen Raumplanungsverordnung, der auf Artikel 40a verweist: Die Bauherrschaft zeigt das Vorhaben vor der Ausführung bei der kommunalen Baubehörde an, und diese hat 15 Arbeitstage Zeit für Einwände. Wörtlich: «Ohne Mitteilung innert 15 Arbeitstagen kann die Bauherrschaft mit der Ausführung beginnen.» Rechnen Sie mit gut drei Wochen — das kantonale Meldeformular spricht zwar von «15 Tagen», aber Arbeitstage sind gemeint.
Zwei Wahlrechte räumt Artikel 40b den Gemeinden ein: Sie können Anlagen in Industrie- und Gewerbezonen ganz bewilligungsfrei stellen, und sie können bei Schutzobjekten eine generelle Bewilligungspflicht anordnen. Ob Ihre Gemeinde davon Gebrauch gemacht hat, steht in ihrer Bauordnung. Bewilligungspflichtig bleiben in jedem Fall Anlagen an Kultur- und Naturdenkmälern und in Ortsbildschutzzonen.
Neubauten: Artikel 9b des Bündner Energiegesetzes und Artikel 23 der Energieverordnung verlangen 10 Watt je Quadratmeter Energiebezugsfläche an eigener Stromerzeugung. Eine Ersatzabgabe ist in den einsehbaren Fassungen nicht vorgesehen — ein Unterschied zu St. Gallen mit bis zu 3’000 Franken je Kilowatt-Peak und Glarus mit 2’000. Die abrufbaren Erlasstexte hatten allerdings den Stand 1. Januar 2021; fragen Sie den aktuellen Stand bei der Gemeinde ab.
In drei Sprachen: Graubünden führt Deutsch, Rätoromanisch und Italienisch als Amtssprachen. Das kantonale Meldeformular für Solaranlagen gibt es in allen dreien, das Gesuchsportal auch auf Italienisch, und das Sprachengesetz verlangt Energiegesetz, Energieverordnung und Raumplanungsverordnung in allen drei Fassungen.
Einfamilienhaus in Avers, 10 kWp
Nach rechts wischen — diese Rechnung ist breiter als der Bildschirm.
| Fall | Produktion | Eigenverbrauch | Gesparter Bezug | Vergütung | Nutzen je Jahr |
|---|---|---|---|---|---|
| Fallohne Speicher | Produktion9’500 kWh | Eigenverbrauch30 % | Gesparter Bezug430 CHF | Vergütung399 CHF | Nutzen je Jahr829 CHF |
| Fallmit Speicher | Produktion9’500 kWh | Eigenverbrauch60 % | Gesparter Bezug861 CHF | Vergütung228 CHF | Nutzen je Jahr1'089 CHF |
Womit gerechnet wurde: 950 Kilowattstunden je Kilowatt Leistung und Jahr, 30 Prozent Eigenverbrauch ohne und 60 Prozent mit Batterie, 15.10 Rp./kWh Bezugspreis inklusive Mehrwertsteuer und 6.00 Rp./kWh ohne Mehrwertsteuer für die Rücklieferung. Der Herkunftsnachweis kommt separat dazu, und liegt der vierteljährliche Referenz-Marktpreis höher, verbessert sich das Ergebnis. Anschaffung, Einmalvergütung, Versicherung und Unterhalt sind nicht enthalten. Bandbreiten, keine Zusagen.
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- Kanton Graubünden
Datenstand 2. September 2026. Quellen: ElCom — Strompreise 2026, Standardprodukt H4 · Pronovo — Einmalvergütung Photovoltaik · BFE — Referenz-Marktpreis · ElCom, Strompreise 2026, Tarifdaten für die Gemeinde Avers · BFE, Solarpotenzial der Gemeinde Avers, Gemeindeblatt BFS 3681 · Kanton Graubünden, Leitfaden und Bedingungen Photovoltaik für Winterstrom, Version 1/26 · Raumplanungsverordnung für den Kanton Graubünden, BR 801.110, Artikel 40 Absatz 1 Ziffer 16. Bezugspreise inklusive 8.1 Prozent Mehrwertsteuer, Einspeisesätze ohne Mehrwertsteuer wie im Preisblatt des Werks ausgewiesen. Tarife und Fördersätze ändern jährlich.