Photovoltaik im Bezirk Arbon
Der Bezirk mit den engsten Tarifen — und drei Gemeinden auf demselben Preis
Zwischen der günstigsten und der teuersten Gemeinde des Bezirks Arbon liegen 2026 nur 7.14 Rappen — weniger als in jedem anderen Thurgauer Bezirk. Wer hier rechnet, muss trotzdem seinen eigenen Tarif kennen: Der Abstand zur Einspeisevergütung reicht von 20.95 bis 28.09 Rappen.
Was eine Solaranlage im Bezirk Arbon einbringt
Romanshorn, Salmsach und Uttwil zahlen 2026 exakt denselben Preis: 26.95 Rappen. Das ist kein Zufall, sondern dasselbe Werk. Insgesamt versorgen 10 Betriebe die 12 Gemeinden des Bezirks — die geringste Zersplitterung im Kanton. Für Sie heisst das: Die Gemeindegrenze entscheidet hier seltener als anderswo, aber wenn, dann deutlich.
Der Bezirk liegt mit einem Medianpreis von 31.66 Rappen knapp unter dem kantonalen Wert von 32.12. Innerhalb dieser engen Spanne verschiebt sich wenig: Zwischen Arbon mit 31.66 und Amriswil mit 31.81 Rappen liegen fünfzehn Hundertstel. Was Ihre Anlage einbringt, entscheidet sich deshalb im Bezirk Arbon stärker über den Eigenverbrauch als über den Wohnort.
Beim Bau selbst gibt der Ort ohnehin nicht den Ausschlag. Es sind Dachneigung, Ausrichtung, der Zustand der Ziegel, die Zahl der Kamine und Dachfenster und die Frage, wie weit es vom Dach zum Zählerkasten ist. Am See kommt ein Punkt dazu, den man landeinwärts selten hört: Nähe zum Wasser bedeutet Wind und Salzarmut, aber auch strengere Anforderungen an die Verankerung bei freistehenden Aufständerungen.
Alle 12 Gemeinden im Vergleich, 2026
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| Rang | Gemeinde | Rp./kWh | Abstand zur Einspeisung | Stromwerk |
|---|---|---|---|---|
| Rang1 | GemeindeRomanshorn | Rp./kWh26.95 | Abstand zur Einspeisung20.95 | StromwerkGenossenschaft EW Romanshorn |
| Rang2 | GemeindeSalmsach | Rp./kWh26.95 | Abstand zur Einspeisung20.95 | StromwerkGenossenschaft EW Romanshorn |
| Rang3 | GemeindeUttwil | Rp./kWh26.95 | Abstand zur Einspeisung20.95 | StromwerkGenossenschaft EW Romanshorn |
| Rang4 | GemeindeHorn | Rp./kWh29.18 | Abstand zur Einspeisung23.18 | StromwerkElektra Horn AG |
| Rang5 | GemeindeDozwil | Rp./kWh30.88 | Abstand zur Einspeisung24.88 | StromwerkGenossenschaft Elektrizitäts- und Wasserwerk Dozwil |
| Rang6 | GemeindeHefenhofen | Rp./kWh31.65 | Abstand zur Einspeisung25.65 | StromwerkRegio Energie Amriswil (REA) |
| Rang7 | GemeindeArbon | Rp./kWh31.66 | Abstand zur Einspeisung25.66 | StromwerkArbon Energie AG |
| Rang8 | GemeindeAmriswil | Rp./kWh31.81 | Abstand zur Einspeisung25.81 | StromwerkRegio Energie Amriswil (REA) |
| Rang9 | GemeindeKesswil | Rp./kWh32.10 | Abstand zur Einspeisung26.10 | StromwerkElektra Kesswil |
| Rang10 | GemeindeEgnach | Rp./kWh32.18 | Abstand zur Einspeisung26.18 | StromwerkGenossenschaft Elektra Neukirch-Egnach |
| Rang11 | GemeindeRoggwil | Rp./kWh32.19 | Abstand zur Einspeisung26.19 | StromwerkGenossenschaft Elektra Roggwil-Freidorf |
| Rang12 | GemeindeSommeri | Rp./kWh34.09 | Abstand zur Einspeisung28.09 | StromwerkElektra-Genossenschaft Sommeri |
Bezugspreis 2026 für das Haushaltsprofil H4 (4’500 Kilowattstunden im Jahr), günstigstes Standardprodukt des jeweiligen Werks, inklusive Mehrwertsteuer. Achtung bei Hefenhofen (auch Genossenschaft Elektra Hatswil mit 39.23 Rappen) und Egnach (auch Elektra Steinebrunn mit 33.40 Rappen): Diese Gemeinden werden von mehr als einem Werk versorgt. Die Tabelle zeigt nach der ElCom-Konvention das günstigste Produkt — das gilt aber jeweils nur für einen Teil des Gemeindegebiets. Welches Werk Ihre Adresse beliefert, steht auf der Seite der Gemeinde. Die vierte Spalte zeigt den Abstand zur gesetzlichen Mindestvergütung von 6.00 Rappen — also das, was jede selbst verbrauchte Kilowattstunde mindestens wert ist. Vergütet Ihr Werk mehr oder zahlt es den Herkunftsnachweis, fällt der Abstand kleiner aus.
Der Bezirk im Kanton
Bezugspreis 2026, Haushaltsprofil H4, inklusive Mehrwertsteuer
Eigene Umrechnung aus den ElCom-Tarifdaten 2026. Median des Bezirks aus 12 Gemeinden, Median des Kantons aus 80.
Der Bezirk Arbon ist der Ort, an dem die übliche Faustregel am wenigsten taugt. Weil die Tarife eng beieinanderliegen, entscheidet nicht die Gemeinde, sondern der Verbrauchsverlauf im Haus: Wärmepumpe, Elektroauto, Tagesverbrauch. Genau das rechnen die Betriebe für Ihr Dach durch.
Wer im Bezirk Arbon was bezahlt
| Ebene | Was Sie bekommen | Was das für Sie bedeutet |
|---|---|---|
| EbeneBund | Was Sie bekommenPronovo richtet die Einmalvergütung aus: ein Grundbeitrag plus ein Beitrag je Kilowatt Leistung, mit Zuschlag für steile Neigung. | Was das für Sie bedeutetDer grösste Einzelposten, und der einzige, auf den Sie sich verlassen können. Den Antrag stellt Ihr Partnerbetrieb. |
| EbeneKanton Thurgau, Anlage | Was Sie bekommenKeinen Rappen. Das Förderprogramm Energie 2026 umfasst Gebäudehülle, Heizungsersatz und Ladeinfrastruktur. | Was das für Sie bedeutetFür die Module selbst gibt es kantonal nichts. Wer Ihnen etwas anderes vorrechnet, irrt. |
| EbeneKanton Thurgau, Speicher | Was Sie bekommen1’000 Franken pauschal ab 10 Kilowattstunden nutzbarer Kapazität, höchstens 25 Prozent der Gesamtinvestition. Das Kontingent von 700 Zusagen ist für 2026 bereits ausgeschöpft; der Kanton führt eine Warteliste. | Was das für Sie bedeutetRechnen Sie ohne diesen Beitrag. Wird die Förderung 2027 weitergeführt, werden die Gesuche nach Einreichedatum abgearbeitet. Mit dem Einbau dürfen Sie auch ohne Zusage beginnen. |
| EbeneGemeinden | Was Sie bekommen4 der 12 Gemeinden führen ein eigenes Energieförderprogramm: Arbon, Amriswil, Egnach und Roggwil. Die Ansätze stehen nicht im kantonalen Programm. | Was das für Sie bedeutetFragen Sie bei Ihrer Gemeinde nach, und zwar vor der Bestellung — die kommunalen Reglemente verlangen das Gesuch in aller Regel vor Ausführungsbeginn. In den übrigen Gemeinden rechnen wir ohne kommunalen Beitrag. |
| EbeneGemeinde und Kanton zusammen | Was Sie bekommenHöchstens 50 Prozent der Gesamtinvestition, mindestens Fr. 500 je Projekt. | Was das für Sie bedeutetEine Obergrenze, die bei Photovoltaik im Thurgau praktisch nie greift — weil der Kanton an die Anlage selbst nichts zahlt. |
Zwischen Bodensee und Oberthurgauer Hügelland
Der Bezirk zieht sich vom Seeufer bei Horn, Arbon und Romanshorn ins Hügelland hinauf nach Hefenhofen, Sommeri und Zihlschlacht. Unten liegen Industrie- und Gewerbebauten mit grossen Flachdächern, dazwischen die dichten Altstadtkerne von Arbon und Bischofszell-nah, oben Streusiedlungen mit Obstbau und Landwirtschaftsbetrieben. Auf einer Strecke von rund zwanzig Kilometern ändert sich damit die Art des Daches vollständig — und mit ihr, welche Anlage überhaupt sinnvoll ist.
Vier der zwölf Gemeinden führen ein eigenes Energieförderprogramm: Amriswil, Arbon, Egnach und Roggwil. Das ist die höchste Dichte aller fünf Thurgauer Bezirke. Ob Photovoltaik oder Batteriespeicher darunterfallen und mit welchen Beträgen, regelt jede Gemeinde selbst — die Ansätze stehen nicht im kantonalen Programm, sondern bei der jeweiligen Bauverwaltung. Fragen Sie vor der Bestellung nach, nicht danach: Fast alle kommunalen Reglemente verlangen das Gesuch vor Ausführungsbeginn.
Was Sie im Bezirk Arbon melden müssen
In der Bauzone bleibt eine Anlage bis 35 Quadratmeter ohne jedes Verfahren, darüber genügt eine Meldung an die Gemeinde mit zwanzig Tagen Vorlauf. Im Bezirk Arbon betrifft die Ausnahme vor allem zwei Lagen: die Altstadt von Arbon mit ihren Riegelbauten und die Hafen- und Industrieareale, in denen einzelne Bauten unter Schutz stehen. Dort führt der Weg über ein ordentliches Baugesuch. Für die Obstbaubetriebe im Hügelland gilt die gute Nachricht: Ein Ökonomiegebäude in der Landwirtschaftszone bleibt beim Meldeverfahren, erst freistehende Anlagen auf dem Feld brauchen eine Bewilligung. Geregelt ist das in § 50a des kantonalen Planungs- und Baugesetzes und der zugehörigen Bauverordnung.
Einfamilienhaus im Bezirk, 10 kWp
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| Fall | Produktion | Eigenverbrauch | Gesparter Bezug | Vergütung | Nutzen je Jahr |
|---|---|---|---|---|---|
| Fallohne Speicher | Produktion9’500 kWh | Eigenverbrauch30 % | Gesparter Bezug902 CHF | Vergütung399 CHF | Nutzen je Jahr1'301 CHF |
| Fallmit Speicher | Produktion9’500 kWh | Eigenverbrauch60 % | Gesparter Bezug1'804 CHF | Vergütung228 CHF | Nutzen je Jahr2'032 CHF |
Womit gerechnet wurde: 950 Kilowattstunden je Kilowatt Leistung und Jahr, 30 Prozent Eigenverbrauch ohne und 60 Prozent mit Batterie, sowie der Medianpreis des Bezirks von 31.66 Rp./kWh. Das ist eine Rechnung für die Mitte des Bezirks, nicht für Ihre Gemeinde: In Sommeri fällt sie deutlich besser aus, in Romanshorn schlechter. Eingespeist wird bewusst nur mit der gesetzlichen Untergrenze von 6.00 Rp./kWh gerechnet. Anschaffung, Einmalvergütung, Versicherung und Unterhalt sind nicht enthalten. Bandbreiten, keine Zusagen.
Bis zu 3 Offerten aus der Region — für Ihr Dach im Bezirk Arbon.
Nennen Sie uns Ihre Adresse. Bis zu 3 Betriebe aus dem Oberthurgau kalkulieren Ihr Dach — mit dem Preis Ihres Werks, auch wenn drei Gemeinden im Bezirk denselben haben. Sie zahlen dafür nichts und verpflichten sich zu nichts.
Datenstand 1. September 2026. Quellen: ElCom — Strompreise 2026, Standardprodukt H4 · Pronovo — Einmalvergütung Photovoltaik · BFE — Referenz-Marktpreis · Förderprogramm Energie 2026 des Kantons Thurgau, Kapitel 6.2, 7.1 und 13.2 · Planungs- und Baugesetz TG § 50a mit Bauverordnung § 50b. Bezugspreise inklusive 8.1 Prozent Mehrwertsteuer. Tarife und Fördersätze ändern jährlich.